Sabine Reinartz

Praxis für Psychotherapie

Hochsensibilität

 

Etwa 30% der Bevölkerung können als hoch sensitiv bezeichnet werden. Dabei ist von einer Normalverteilung auszugehen: das Merkmal Sensitivität ist bei weiteren 40% der Bevölkerung mittelgradig und bei weiteren 30% gering ausgeprägt. Es ist davon auszugehen, dass es sich um ein Temperamentsmerkmal handelt, das durch genetische und pränatale Faktoren bedingt wird. Das Temperament macht zusammen mit biographischen Erfahrungen die Persönlichkeit eines Menschen aus.

Hochsensitive Menschen nehmen mehr wahr, verarbeiten es tiefer und reagieren stärker darauf, man kann sagen sie haben eine erweiterte Wahrnehmung.

Das hat viele Vorteile. Gedankliche Konzepte und Leitideen, die wir benötigen, um uns in der Welt zu orientieren, müssen aufgrund der Fülle der Wahrnehmungen mehr als bei anderen Menschen immer wieder hinterfragt und erweitert werden. Dies fördert innere Entwicklungsprozesse aber auch die Befähigung Schlüsselrollen für innovative gesellschaftliche Entwicklungen einzunehmen. Hochsensitive Menschen sind daher alles andere als langweilig, sie zeichnen sich durch große Offenheit, innere Freiheit und inneren Reichtum aus.

Ein ungünstiger Umgang mit der eigenen Hochsensitivität kann jedoch zu Leiden an dieser führen. Ziel ist es, die Hochsensitivität als innere Stärke wahrzunehmen und als Quell von Inspiration und Weiterentwicklung zu nutzen. So können innere Konflikte, übermäßige Enttäuschungen im Kontakt mit andern und Über-/Unterforderung im beruflichen Kontext reduziert werden. Psychische Beeinträchtigungen, die aus einem ungünstigen Umgang mit Hochsensitivität resultieren, können behandelt werden, hin zu einem höheren Energielevel und einer intuitiven Kraft, indem die Hochsensitivität in die therapeutische Begleitung einbezogen wird.

 

 

  • Zitat 1

    „Hätte ich früher von meiner Hochsensibilität gewusst, hätte ich mir viel erspart. Ich dachte immer ich bin schüchtern, linkisch und verschlossen“

     

  • Zitat 2

    „Das Gefühl ´nicht richtig´ zu sein, ´anders´ zu sein und nicht dazu zu gehören, verfolgt mich schon mein Leben lang.“

  • Zitat 3

    „Meine Mutter konnte mein tiefes Erleben nicht verstehen; wenn ich beeindruckt von der Schönheit des Vogelkonzertes am Fenster saß, riet sie mir die Namen der Vögel zu lernen. Mein Vater verleugnete seine hochsensible Seite und signalisierte mir, ich würde im Leben so wie ich war nicht bestehen können. Nur sehr selten schenkte er mir gemeinsame Augenblicke tiefen Verständnisses, etwa beim Beobachten des Sternenhimmels oder beim Hören gregorianischer Gesänge im Kloster. Ansonsten fühlte ich mich immer sehr alleine und traurig. Dieses Gefühl werde ich bis heute nicht los. Ich sehne mich nach Verstanden werden.“

     

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Praxis für Psychotherapie

Dipl.-Psych. Sabine Reinartz, Unterreut 6, 76135 Karlsruhe

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